Beer Pong

Beer Pong (auch Beirut oder Bier Pong) ist das bekannteste Geschicklichkeitsspiel unter den Trinkspielen, bei welchem Ping Pong Bälle in Becher geworfen werden müssen.

Normalerweise wird Beer Pong 1 gegen 1 oder 2 gegen 2 gespielt. Jedes Team wirft dabei einen Ping Pong Ball auf die gegenüberliegenden Becher, welche auf der anderen Seite in Dreiecksformation aufgestellt sind. Offizielle Regeln oder ein einheitliches Regelsystem gibt es bei Beer Pong nicht. Die einzelnen Regelauslegungen zu bestimmten Bereichen des Spiels können stark variieren. Das Beispiel der Beer Pong Becher zeigt diese unterschiedliche Auslegung: Die Becher werden immer in Form eines Dreiecks aufgestellt, jedoch kann die Anzahl der Becher variieren (6, 10 oder 15 Beer Pong Becher), was sich natürlich auch auf die Länge der Spielzeit auswirkt.

Das Grundrinzip von Beer Pong bleibt jedoch das selbe. Der Spieler, dessen Becher vom gegnerischen Spieler getroffen wird, muss diesen austrinken. Natürlich können auch mehrere Spieler eine Mannschaft bilden – falls mehrere Spieler in einem Team spielen, so werfen immer erst alle Spieler eines Teams, bevor der Ballbesitz wechselt. Die Mannschaft, welche als erste alle Becher des gegnerischen Teams getroffen hat, ist der Sieger.

Geschichte des Beer Pong


Beer Pong Dartmouth CollegeBeer Pong stammt aus den USA und wurde in der Zeit zwischen 1950 – 1960 erfunden. Genauer Entstehungsort ist eine private Hochschule in New Hampshire, das Dartmouth College. Eine genaue zeitliche Eingrenzung der Entstehung kann heute nicht mehr bestimmt werden, Jere Daniell, ein Dartmouth Absolvent behauptet jedenfalls, er habe schon 1955 Beer Pong gespielt. Ein weiterer Absolvent, Bob Shirley, gab an, dass die Idee zu Beer Pong beim Tischtennis geboren wurde. Während einer Partie Tischtennis sollen Zuschauer ihre Becher auf der Tischtennisplatte abgestellt haben. Die Spielidee sei durch zufällige Treffer der Tischtennisbälle in die abgestellten Becher entstanden. Der älteste Fotobeweis von Beer Pong stammt aus dem Collejahrbuch ausdem Jahre 1968. Anfangs wurde das Spiel noch mit Tischtennisschlägern und nur einem Bier auf jeder Seite gespielt. Ziel des Spiels war es, die Bierflasche auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite zu treffen. Von dieser Ur-Form des Spiels leitet sich auch der heutige Name Beer Pong ab. 

Die heutige Spielvariante wurde in den 1970er Jahren von der „Delta Upsilon“ Bruderschaft erfunden. Ein damaliger Schüler brachte das Spiel von einer Reise mit, verlor dabei jedoch die Ping Pong Schläger. Um das Spiel trotzdem spielen zu können, entschieden sie sich den Ball einfach mit den Händen zu werfen – daraufhin wurde das Spiel in „Throw Ball“ umbenannt. Im Gegensatz zu dem Namen, konnte sich die Spielweise bis heute behaupten.

Während der 1980er Jahre kam das Spiel aufgrund des Krieges zwischen den USA und dem Libanon zu größerer Bekanntheit, weil der Wurf der Ping Pong Bälle in die Beer Pong Becher assoziiert wurde mit den Bombardements der USA auf Beirut, die Hauptstadt des Libanon. Außerdem trugen die Produktion und die Verbreitung der Plastikbecher zu einer weiteren Bekanntmachung des Spiels in Amerika bei.

Eine genaue Herkunft des Names Beirut konnte bist heute nicht nachgewiesen oder belegt werden. Es gibt dazu zahlreiche Theorien, eine davon steht direkt in Verbindung mit dem Libanonkrieg, es gibt außerdem mehrere Privatpersonen, die diese Wortkreation für sich beanspruchen, ohne dafür jedoch Beweise zu haben. Woher auch immer der Begriff ursprünglich stammt, in den 1980er Jahren erhielt Beer Pong den Zweitnamen Beirut.

Generell ist zu sagen, dass die Bezeichnung Beer Pong deutlich bekannter als Beirut ist. Die beiden Begriffe Beer Pong und Beirut werden oftmals synonym verwendet, jedoch bezeichnet Beirut im Grunde genommen die Spielvariante ohne Schläger und Beer Pong die Spielvariante mit Schlägern. Diese ursprüngliche Auslegung des Spiels ist in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr als gültig zu betrachten, da es hauptsächlich ohne Ping Pong Schläger gespielt wird, obwohl der Begriff Beer Pong, nach wie vor sehr stark verbreitet ist.

In der heutigen Zeit ist Beer Pong weltweit bekannt und ein global gespielter Freizeit- & Wettkampfsport. In den USA gibt es beispielsweise eine Beer Pong World Series mit einem Preisgeld von 50.000 $, welche jährlich in Las Vegas stattfindet. Beer Pong wird mittlerweile auch von Unternehmen vermarktet, es gibt beispielsweise individuell gestaltbare Spielsets & Beer Pong Ausrüstungen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile zahlreiche Turniere, welche auf Privatveranstaltungen, in Bars oder Universitäten stattfinden.

Beer Pong Ablauf
Beer Pong Checkliste

Der Ablauf eines Beer Pong Spiels kann grundsätzlich in vier einzelne Phasen geteilt werden. In der ersten Phase werden alle Vorbereitungen und der Aufbau des Spiels getroffen. Die zweite und dritte Phase sind die Wurf- & Trefferphase. In der vierten und letzten Phase findet das Spiel sein Ende und es wird der Gewinner / das Gewinnerteam ermittelt. Beer Pong gibt es in vielen verschiedenen Varianten, was sich natürlich auf das Spielgeschehen, als auch auf den Spielaufbau auswirkt.

Beer Pong Phase 1 – Die Vorbereitung

Es gibt unterschiedliche Varianten Dein Spielfeld zu gestalten. Es gibt zum einen die Beer Pong Matte und zum anderen den Beer Pong Tisch, als auch ein selbstgebautes Beer Pong Spielfeld. Das Feld kann in seiner Größe von 150cm bis hin zu 244cm variieren. Außerdem gibt es mehrere Varianten der Anzahl der Beer Pong Becher. So kannst Du zwischen einer Anzahl von 6, 10 oder 15 Beer Pong Bechern pro Seite wählen. Das hat vor allem Auswirkungen auf die gewünschte Spieldauer, da die Spielfeldgröße, sowie die Anzahl der Becher die Dauer entscheidend beeinflussen können. In der Regel dauert ein Spiel zwischen 10 und 20 Minuten. Für welche Spielvariante Du dich auch entscheidest, die Becher werden immer in Dreiecksform auf dem Spielfeld aufgestellt, ergänzt von einem separaten Reinigungsbecher, um die Bälle während des Spiels zu säubern. In der Spielfeldmitte befindet sich die Mittellinie.

 

Beer Pong Phase 2 – Das Werfen

Gespielt wird mit zwei Ping Pong Bällen. Das Ziel besteht darin den Ball in einen der Becher auf der anderen Spielfeldhälfte zu werfen. Hierbei gilt, dass der Ellenbogen des Werfers beim Abwurf die Spielfeldkante nicht überragen darf. Falls der Ellenbogen die Kante überschreiten sollte, wird der Wurf nicht gezählt, auch im Falle eines Treffers – der Spieler muss den Wurf wiederholen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Würfen – den Arcshot und den Bounce. Der Arcshot ist ein Wurf, bei dem der Ball keinen Kontakt zur Spielfläche hat und direkt in einen der gegnerischen Becher geworfen wird – dieser Wurf darf nicht abgewehrt werden. Der Bounce ist ein Wurf, bei dem der Ball als Aufsetzer gespielt wird – dieser Wurf darf abgewehrt werden, zum Beispiel durch ein einfaches Wegschlagen des Balles. Falls ein Bounce den Weg in einen gegnerischen Becher findet, müssen zwei Becher getrunken und entfernt werden, der zweite Becher darf vom verteidigenden Team ausgesucht werden.

Beer Pong Phase 3 – Das Treffen

Falls keiner der geworfenen Bälle einen gegnerischen Becher trifft, muss kein Becher ausgetrunken werden und der Ballbesitz wechselt zum anderen Team. Falls einer oder mehrere Becher getroffen werden, müssen diese ausgetrunken und entfernt werden. Darüberhinaus kann individuell ausgemacht werden, ob bei Treffern der Ballbesitz wechselt, oder ob das werfende Team weiterhin werfen darf. Falls es dazu kommt, dass beide geworfenen Bälle den selben Becher treffen, muss das verteidigende Team vier Becher trinken – diese dürfen vom betroffenen Team gewählt werden. Falls der Reinigungsbecher getroffen wird, ist dieser ebenfalls auszutrinken, wird daraufhin aber wieder neu befüllt um weiterhin den Ball säubern zu können.

 

Beer Pong Phase 4 – Das Spielende

Gewonnen hat das Team, welches als erstes alle gegnerischen Becher getroffen hat, so dass kein Becher auf der anderen Seite übrig ist. Wenn dieses Team das Spiel mit der ersten Runde begonnen hat, dann darf die gegnerische Mannschaft seine letzte Runde noch werfen, sodass sichergestellt ist, dass beide Teams gleich viele Wurfphasen spielen konnten. Sollte es dieser Mannschaft gelingen alle verbliebenen Becher zu treffen und somit auszugleichen geht das Spiel in die Verlängerung. In dieser Phase werden jeweils drei Becher auf jeder Seite in Dreiecksform aufgestellt. Die Verlängerung wird nun solange gespielt (falls notwendig mit drei neu aufgestellten Bechern) bis es einem Team gelingt bei gleicher Anzahl von Runden die gegnerischen Becher abzuräumen. Es kann zusätzlich vereinbart werden, dass das unterlegene Team zur Strafe alle auf dem Tisch übrig gebliebenen Becher austrinken muss, die Reinigungsbecher dürfen dabei stehen gelassen werden.

 

Beer Pong Sonderregeln & Erweiterungen

Beer Pong RegelnZu Beer Pong gibt es eine Vielzahl an möglichen Erweiterungen und Sonderregelungen, wir werden Dir hier ein paar dieser Regeln näher bringen. Üblicherweise einigen sich die Spieler vor dem Spielanfang über die anzuwendenden Regeln, um Diskussionen & Missverständnisse während des Spiels zu vermeiden. Beispielsweise kann vereinbart werden, dass ein geworfener Ball, welcher im getroffenen Becher „kreiselt“ noch herausgefischt werden darf, solange er das Getränk noch nicht berührt hat, dies kann mit der Hand oder durch herauspusten des Balles geschehen. Beim Rollback wirft der Spieler den Ball mit dem Rücken zur Spielfläche, wenn bei diesem Wurf der Ball zurück in die eigene Spielhälfte rollt und die werfende Mannschaft vor der anderen den Ball in ihren Besitz bringt, darf ein weiteres Mal geworfen werden. Außerdem kann ein Spieler sagen, dass er heiss ist, wenn er zwei Becher in Folge trifft und er brennt, falls er auch einen dritten Becher in Folge treffen kann. Falls beides ausgesprochen wird und die Treffer eintreten, darf der Spieler weitere Würfe durchführen, bis zu seinem ersten Fehlwurf. Es gibt auch Sonderregeln, welche sich direkt auf das Spielende beziehen. Beim Rebuttal ist es dem unterlegenen Team gestattet, so oft zu werfen, bis beide Spieler ihren Wurf verfehlt haben. Falls sie dabei alle verbliebenen gegnerischen Becher treffen können, haben sie sich ein vorübergehendes Unentschieden erkämpft und das Spiel geht in die Verlängerung.

Kritik an Beer Pong

Nachdem Beer Pong die Konsumation von Alkohol an ein wettbewerbsorientiertes Spiel verknüpft, gibt es natürlich auch viele Menschen, die dem Spiel kritisch gegenüber stehen. In Amerika wurde bereits an mehreren Universitäten ein Beer Pong Verbot verhängt. Darüberhinaus haben sich Suchtforscher negativ zu Beer Pong geäußert, da in diesem spielerischen Kontext das Trinken von Alkohol glorifiziert werde und daraus weitere soziale Probleme und Alkohol am Steuer resultieren. Abgesehen davon gibt es auch Kritik an der angeblich mangelnden Hygiene bei Beer Pong, da die Bälle nur in einem Waschbecher gereinigt werden und somit der Konsum von verunreinigten Getränken gegeben sein kann. Die Wahl das Spiel mit alkoholischen, als auch mit alkoholfreien Getränken zu spielen, der verantwortliche Konsum von Alkohol, als auch die Hervorhebung des Wettbewerbs und nicht des Trinkens werden von Beer Pong Befürwortern genannt.

 

Info Trinkspiele


Es wird trotz der großen Verlockung an die Vernunft jedes einzelnen Spielers appelliert – bitte achtet auch speziell auf die entstehenden Dynamiken, wie zB. Gruppenzwang und dergleichen. Die Trinkspiele sollten niemals zu weit hinausgezogen werden, wenn ein Spieler schon nicht mehr gerade sitzen kann, dann sollte das Spiel beendet werden oder die Runde ohne ihn fortgesetzt werden. Es ist im Interesse aller einen gerechten Umgang mit Alkohol auszuüben. Denkt an eure eigene Gesundheit und an die Eurer Freunde. Denk auch bitte daran, dass Trinkspiele als solche angesehen werden sollten und nicht euren Alltag bestimmen oder täglich gespielt werden sollten. Darüberhinaus können alle Spiele auf unserer Seite selbstverständlich auch mit antialkoholischen Getränken gespielt werden.

Wir wünschen Dir eine gute Unterhaltung auf unserer Seite, viel Spaß bei Deinen Trinkspielen und einen unterhaltsamen Abend!